Der Gruabiger

Der Gruabiger isch a Geischt, der da oba haust,
wenns Wötter recht schiach tuad u. stürmt, daß dir graust-
nocha geat er umanander in seinem Gebiet,
ob ois in Ordnung, ob koa Frevl mit gschieht.

Dann zählt er seine Gamsln, seine Reachlan und d' Hirsch
Und wehe dem Wildschütz, der da schleicht auf der Pirsch!
Er schaut auch ob Zirbn wohl alle no stian-
Laß dich ja nit derwischn, so an Bom da umz'toin!

Die Blüamlan heroben, hat er ganz bsunders gearn,
a paar davon tuat er auch jedem gewährn,
aber haufenweis broken, dös leid't er fei nit,
da kann es passieren, daß er so oan nimmt mit.

Die Alten, die hätten ihn öfters schu g'sehn
Unter den Zundern drein hockn, bei da Felsn drobn stehn
A Gsicht, dös so rauch ist, wia die Rind'n vom Lärch,
die Haar wild derzaust, der Bart wia aus Werch.

Laß ja da im Gruabig wohl alles in Ruah!
Der"ua" schaugt dir sicher ganz hoamlig zua.
Wag ja nit am Sunntig ohne Kirch'n oua z'gian,
sonst kriagst es bestimmt mit'm Gruabiger z'tian.

Er stellt dir sein Steckn, du siechst ihn gar nit
Und scho fallst du hin, brichst an Hanxn damit,
ja ja, brauchst nit lachn, werst seacha, so ist's
kannst's ganz bestimmt globa, an Gruabiger gibt's.

O. Koch